Zehra İpşiroğlu ☆ DEUTSCHBücherRezensionen

Rezensionen

Rezension:

Annotation: Humorvolle, lebendige Momentaufnahmen aus dem Leben eines zehnjährigen türkischen Mädchens stehen im Zentrum dieser literarischen Kritik an patriarchalischen Familienstrukturen und einem autoritären Erziehungswesen.

Rezension: Die zehnjährige Zeynep, aufgewachsen in einer liberalen türkischen Großstadtfamilie, schreibt gemeinsam mit ihrer Großmutter ein Buch. Aus einer zeitweise allzu demonstrativ behaupteten antiautoritären Haltung heraus entstehen lebendige, spontane Momentaufnahmen des kindlichen Alltags. Im Spiegel der permanenten Auseinandersetzung mit der Großmutter, in der steten Reflexion ihrer literarisierten Emotionen und Erlebnisse, versucht Zeynep eine Neupositionierung ihres Lebens, geht erste bewusste Schritte auf dem Weg des Erwachsenwerdens. Über das Moment des Kinderspiels wird dabei Kritik am autoritären Schulsystem, an patriarchalischen Familienstrukturen und leeren Ritualformen ebenso geübt wie die Spannungsfelder von Lüge und Wahrheit, Feigheit und Mut thematisiert, sodass ein durchaus vielseitiges Bild des aktuellen türkischen Mittelstandes gezeichnet wird.

Silke Rabus

 


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Version vom 22.03.2011 um 18:17:05